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Aufgaben und Aktivitäten der Johanniter |
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Auftrag und Ursprünge des Ordens. Die „Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem", kurz „Der Johanniterorden", ist eine Gemeinschaft evangelischer Christen, die sich bewusst zu ihrem Glauben bekennen, dem Unglauben in unserer Welt entgegentreten und daraus Willen und Kraft schöpfen, diakonische Aufgaben wahrzunehmen. Der Ordensauftrag besteht somit im Doppelgebot des Kampfes gegen den Unglauben und im Einsatz für den Nächsten. Biblisch gesehen fußt er im zweifachen Gebot der Liebe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinem Verstand. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mt 22, 37.39). Die daraus abgeleitete Ordensregel, erstmals 1253 durch den Ordensmeister Raymond du Puy erlassen und 1964 für das Verständnis des Menschen von heute neu formuliert, stellt die Johanniterritter in die Ordenstradition, die vor 900 Jahren in Jerusalem ihren Anfang nahm und bis heute unter dem achtspitzigen Kreuz in tätiger Nächstenliebe wirksam ist. Die Ursprünge des Ordens im Spital zu Jerusalem sind untrennbar mit seinem Ordenspatron und Namensgeber, Johannes dem Täufer, verbunden. Seine Hauptaussage: „Er, Christus, muss wachsen, ich aber abnehmen" (Joh 3, 30) weist auf den Kern des Ordensauftrages hin, nämlich den Dienst des Johanniters für seinen Herrn Jesus Christus. Dies unterscheidet den Orden von anderen humanitären Gemeinschaften, die sich nicht auf die Botschaft des Evangeliums begründen. Zum anderen waren es die Regeln der Heiligen Augustinus und Benedikt von Nursia, die bei der Gründung des Ordens Pate standen. Zu den klösterlichen Forderungen nach Armut, Keuschheit und Gehorsam trat die der Liebe zu den Kranken hinzu. Das Wort aus Matthäus 25,40 „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan" wurde in voller Tiefe erfasst und bestimmte künftig die Arbeit der Gemeinschaft. Diese Einstellung macht erst die Bezeichnungen der „Herren Kranken" und „Herren Armen" verständlich, die heute in einer nicht vom Glauben erfüllten und geprägten Welt so seltsam klingen. Neben der tätigen Nächstenliebe prägten die Kardinaltugenden Weisheit, Tapferkeit, Maßhalten und Gerechtigkeit als wesentliche Orientierung das Handeln der Johanniterritter. Beim Ritterschlag mussten sie sich auf diese verpflichten. Schließlich gewannen ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auch militärischkämpferische Eigenschaften Bedeutung. Der Kampf gegen Ungläubige, der Schutz der Pilgerwege und heiligen Stätten und später die Verteidigung des Abendlandes gegen das Vordringen der Osmanen standen gleichwertig neben dem Dienst an Kranken und Armen. Mit dem Verlust der Insel Malta als souveränes Malteser-Territorium erlosch der militärische Auftrag.
Tätigkeitsfelder der Genossenschaften. Diakonische Einrichtungen. Krankenhäuser, Alten-/Altenpflegeeinrichtungen (im Folgenden verkürzt als „Alteneinrichtungen" bezeichnet), Tageskliniken und Wohnheime sind die traditionellen Aufgabenfelder diakonischer Arbeit des Ordens. Dazu ist er in seiner Gesamtheit, aber auch mit seinen Werken und einigen Genossenschaften Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bis zum Jahr 2003 betrieben die Genossenschaften bzw. die JUH ihre stationären Einrichtungen (Alteneinrichtungen und Krankenhäuser) entweder in alleiniger Trägerschaft oder unter Beteiligung anderer Organisationen grundsätzlich eigenverantwortlich. Aufgrund eines Beschlusses des Kapitels vom März 2003 wurden diese Einrichtungen zum Ende des Jahres 2003 in eine neue Holdingstruktur eingebracht. Die Holding trägt den Namen „Johanniter GmbH, Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Einrichtungen" mit Sitz in Berlin. Diese Gesellschaft hält mehrheitliche Beteiligungen an den Betriebsgesellschaften der Krankenhäuser und Alteneinrichtungen. Die als e.V. geführten Einrichtungen werden über Kooperationsverträge in die Holdingstruktur eingebunden. Mit der Bildung der Johanniter GmbH entsteht ein neues Ordenswerk, das zwar noch nicht satzungsgemäß wie die JUH oder die Schwesternschaft ein Werk der Balley ist, das gesellschaftsrechtlich aber sehr eng in der Balley, den Genossenschaften und der JUH verankert ist. Die Diakoniestationen (Sozialstationen). Die Diakoniestationen haben die Aufgabe, im Rahmen des öffentlichen Gesundheits- und Sozialwesens in einem bestimmten Bereich die ambulante Versorgung pflege- und betreuungsbedürftiger Personen sicherzustellen, einen Krankenhausaufenthalt oder eine Heimunterbringung möglichst hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden. Nach dem Subsidiaritätsprinzip sind Sozialstationen auch in evangelischer Trägerschaft errichtet worden. Im Orden gibt es seit mehreren Jahren einige Diakoniestationen, die wirtschaftlich selbstständige Betriebsteile der Alteneinrichtungen sind. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist Trägerin von über 100 Sozialstationen in Deutschland sowie von 20 Diakoniestationen in Polen, letztere im Zusammenwirken mit den Genossenschaften, die früher in den betreffenden Gebieten angesiedelt waren. Jugendarbeit im Orden. Seit 1997 wenden sich einige Genossenschaften des Johanniterordens neuen Formen der Arbeit an Jugendlichen zu. Da sich die jeweiligen Ansätze von der Basis her entwickeln, gibt es inzwischen eine beachtliche und gewollte Vielfalt. Allen Initiativen ist das Ziel gemeinsam, junge Menschen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung im christlichen Geist und für diakonische Aufgaben zu gewinnen. Sie werden unter dem Begriff „Jugendarbeit im Orden (JiO)" zusammengefasst. JiO wendet sich dabei an Damen und Herren im Alter von 16 bis 35 Jahren, also an Schüler, Studenten und Berufsanfänger. Ihre Aufgaben nimmt sie in enger Zusammenarbeit mit den Subkommenden und den Ordenswerken, z.B. der JUH und den JHGen, wahr. Struktur und Organisationsformen sind bewusst einfach gehalten. Die regionalen Initiativen definieren sich genossenschaftsübergreifend allein durch ihre Aktivitäten. Sie werden mit dem Kommendator der zuständigen Regionalgenossenschaft abgestimmt. Im Kapitel vertritt ein Beauftragter für die JiO ihre Belange. Unter seiner Leitung finden jährlich Arbeitstreffen der Jugendinitiativen statt. Sie dienen dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und der Fortentwicklung der Aktivitäten. In einigen Genossenschaften gründet sich das Jahresprogramm auf drei Säulen:
Durch die regionale Vielfalt in den Genossenschaften sind zahlreiche zusätzliche Projekte ins Leben gerufen worden: aktive Hilfe in Alteneinrichtungen, Unterstützung neu gegründeter evangelischer Grundschulen und Gymnasien sowie Mitarbeit in Jugendzentren. Stets geht es dem Johanniterorden darum, jungen Menschen sinnstiftende Aktivitäten zu bieten und sie in christlichem Geist an soziale Verantwortung und ehrenamtlichen Dienst in unserer Gesellschaft heranzuführen Allgemeine Tätigkeiten.
Finanzielle Leistungen. Da, wo aus nachvollziehbaren Gründen ein persönlicher Beitrag in Form von Zeit, Kraft, Ideen und Handanlegen nicht möglich ist, stellt die finanzielle Beteiligung durch höhere Beitragsleistung oder durch fördernde Mitgliedschaft in einem Ordenswerk einen Ausgleich dar. Stiller Dienst. Unabhängig von diesen Formen des Mitwirkens gibt es zahlreiche unauffällige Tätigkeiten - der Besuch von Kranken, das Gespräch mit Menschen in Not, die Zuwendung für Alte und andere -, mit denen Johanniter im Sinne der Ordensregel Dienst leisten können. Wir freuen uns, Hilfe leisten zu können. Wenn auch Sie Freude daran finden, können sie uns helfen zu helfen.
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